Endlich Ruhe!

Sterben für Anfänger – das Buch ist eine
humorvoll-satirische Reise zwischen Diesseits
und Jenseits, zwischen Himmel & Hölle, zwischen
erotischen Nahtoderfahrungen und intriganten
Erbschaftsstreitigkeiten und gibt tiefe und
höchst amüsante Einblicke in die morbiden
Abgründe der österreichischen Seele.

Coronazeit ist Lesezeit!

Auf Grund des Lock-Downs sind alle Bücher,
wenn gewünscht, auch mit Signatur,
per E-Mail ( katharina@grabner-hayden.at )
bei mir direkt zu bestellen!

Satirische Bücher & Kabarettistische Lesungen

Humorvolle Unterhaltung auf hohem Niveau

Achtung, die Kinder kommen!

Achtung, die Kinder kommen!

Man kann mich als bürgerliche Spießerin bezeichnen, aber ich liebe es, in einem schönen, vor allem sauberen Haus zu leben. An diese Grundregeln menschlichen Zusammenlebens haben sich sogar meine kleinen felligen Vierbeiner gewöhnt.
 
In meinem Alter will ich nicht mehr suchen, ich will einfach nur finden, das habe ich mir nach 25 Jahren Chaos mit meinen Kindern einfach verdient. Seitdem sie studien- bzw. berufsbedingt ausgezogen sind, brauchen mein Mann und ich auch keine Verstecke mehr zu bauen, alles liegt ordentlich an seinem Platz. So wie es sich gehört.
 
Wenn sich die Burschen anmelden, haben wir für die Dauer einer Zugfahrt Zeit, also eine knappe Stunde, die teuren Haarshampoos, Manschettenknöpfe oder unsere Cognacvorräte in Sicherheit zu bringen. Das genügt.
 
Vergangenes Wochenende kamen sie unangemeldet und in der Nacht. Sie haben unsere Verschlagenheit schon längstens durchschaut.
 
Als ich in der Früh aus dem Bett stieg, ahnte ich Böses. Ich tastete mich langsam durch die Zimmer meiner Burschen in Richtung Küche vor und konnte wie in alten Zeiten am Grad der Verwüstung und der Intensität des körpereigenen Bierdunstes die Promillehöhe bestimmen. Der eine hatte 1,5 und die anderen so um die 1,8 Promille im Blut. Die Anzahl der kreuz und quer in den Betten verteilten Körper - inklusive Hunde und Katzen - konnte ich nicht erkennen.
 
Der Kühlschrank war leergegessen, die Spirituosenvorräte um die Hälfte reduziert, überall kullerten verdreckte Socken mit dazu passendem Schuhwerk herum.
 
„Wie viele?“ fragte mich mein Mann, als er die Küche betrat.
 
„Schau auf den Handyturm und zähle!“ lachte ich ihn an.
 
Es war ein herrliches Wochenende. Laut, genussvoll und fröhlich. Pfeif´ auf Ordnung und Sauberkeit!

Vom JA und NEIN sagen

Vom JA und NEIN sagen

So ein Kuraufenthalt soll ja prinzipiell allen etwas bringen. Dem Körper, weil er weniger Gewicht tragen muss, der Seele, weil sie wieder tief ein und ausatmen kann und schlussendlich der Sozialversicherung, weil ein gesunder Versicherter billiger ist als ein kranker. Logisch.

Ich füge mich dem Intensivprogramm und tue überall mit. Bei den morgendlichen Bauch und Po Übungen mit den Terrabändern, beim Ergometer Training oder bei den psychologischen Stunden.

Die sind mir ja am allerliebsten. Zumindest kannst du da in der letzten Reihe sitzen und herrlich schlafen. Weil, das alles irgendwie schon ziemlich langweilig ist, was die sanftmütige Psychologenstimme vorne am Katheder von sich gibt. Mir geht es zumindest so.

Besonders die Einheiten über das NEIN-Sagen-LERNEN wirken auf mich unrealistisch und naiv, weil das Leben eben manches Mal unberechenbar und verwunderlich ist. Rezepte für Leichtigkeit sind schwer gefunden.

Die liebe junge Psychologin hat aber offensichtlich eines, ein ganz gescheites:

„Nur wer sich selbst liebt“, meint sie, „kann auch NEIN sagen. Das ICH ist das JA und das DU kann auch ein NEIN ertragen. Wir üben das mit von sich weisenden Händen und atmen dabei ganz tief ein und aus, damit der Körper sich auch energetisch an das NEIN Sagen gewöhnt. Bei mir funktioniert das nicht. Das NEIN sagen würde nämlich mein soziales Gleichgewicht durcheinanderbringen. Kann ich NEIN sagen, wenn mein krankes Kind oder meine demente Mutter vor mir steht und aufs Klo muss? Ein NEIN hätte fatale Folgen. Und zwar nur für mich! Sie meint:

„JA, Sie können NEIN sagen!“

Ich sage: „NEIN! Ich muss JA sagen!“

Sie sagt: NEIN! Sie müssen NEIN sagen! Denn nur NEIN sagen hilft, sich selbst zu lieben!“

Ich sage: „Ich kann ja auch JA sagen und mich trotzdem lieben!“

Sie wirkt verwirrt und meint danach zögerlich „Irgendwie JA und irgendwie NEIN.“ Sicher keine tiefenpsychologische Erkenntnis, zumindest aber eine beruhigende, weil ich weiß, dass sie auch kein Rezept hat. So rutsche ich befriedigt die Lehne am Sessel herunter und widme mich voll und ganz meinem Schlaf. Und der soll ja besonders gesund sein.


Liebes Publikum!

Auf Grund des derzeitigen "Lock-Downs" werden alle meine Lesungen auf 2021 verschoben!

Ich freue mich auf ein Wiedersehen!
Bleiben Sie gesund!

Ihre
Katharina Grabner-Hayden

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